Was bringt die GROKO für die Fort- und Weiterbildung in den Gesundheitsberufen und für die Pflege?

Nach fast zweiwöchigem Verhandlungsmarathon haben sich die Verhandlungsführenden von CDU, CSU und SPD geeinigt. Die SPD wird ihre Mitglieder noch abstimmen lassen. Im Folgenden haben wir einige Kernaussagen kurz zusammengefasst:

Qualifizierung in den Pflegeberufen

Die Aus-, Fort- und  Weiterbildung in Sozial- und Pflegeberufen soll attraktiver werden, um mehr junge Menschen für dieses Berufsbild zu gewinnen sowie Fachkräfte zu sichern. Deshalb sollen hier finanzielle  Ausbildungshürden abgebaut und Ausbildungsvergütungen für alle Auszubildenden anstrebt werden.

Die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung soll in beide Richtungen gefördert werden, um die Qualifizierung in den Pflegeberufen zu verbessern und Aus- und Fortbildungszeiten effizienter zu nutzen. Es ist geplant, die Anzahl der Aufstiegs-und Weiterbildungsstipendien zu steigern.

Stationäre Pflege

In einem Sofortprogramm sollen 8.000 neue Fachkraftstellen im Zusammenhang mit der medizinischen Behandlungspflege in Pflegeeinrichtungen geschaffen werden. Der dafür erforderliche Mehraufwand soll durch eine Vollfinanzierung aus Mitteln der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gedeckt werden. Dem Sofortprogramm werden weitere Schritte folgen.

Caritas-Präsident Dr. Peter Neher sieht in den genannten 8.000 geplanten zusätzlichen Stellen in der Pflege "nur einen Tropfen auf dem heißen Stein". Der Deutsche Caritasverband begrüße grundsätzlich die Einigung von Union und SPD bei dem Thema, sagte Neher der "Neuen Osnabrücker Zeitung"; gebraucht würden aber erheblich mehr Stellen. Zugleich forderte er Unterstützung für die neue generalistische Pflegeausbildung.

(Quelle: https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/1014038/caritas-zusaetzliche-stellen-nur-ein-tropfen-auf-dem-heissen-stein)

Durch eine „Konzertierte Aktion Pflege“ soll eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Situation in der Altenpflege erreicht werden. Deshalb sollen verbindliche Personalbemessungsinstrumente entwickelt werden, auch im Hinblick auf die Pflegesituation in der Nacht. Die „Konzertierte Aktion Pflege“ umfasst u.a. eine Ausbildungsoffensive, Anreize für eine bessere Rückkehr von Teil- in Vollzeit, ein Wiedereinstiegsprogramm für Pflegefachkräfte, eine bessere Gesundheitsvorsorge für die Beschäftigten sowie eine Weiterqualifizierung von Pflegehelferinnen und Pflegehelfern zu Pflegefachkräften.

In der Altenpflege sollen, durch entsprechende gesetzliche Voraussetzungen, flächendeckend Tarifverträge zur Anwendung kommen.

Ambulante Pflege

Geplant ist eine bessere Honorierung der Wegezeiten, wenn die Versorgung nur durch längere Anfahrtswege sichergestellt werden kann.

Eine Zusammenfassung von Leistungen, insbesondere in der Kurzzeit- und Verhinderungspflege sowie in der Tages-und Nachtpflege, soll zu einer guten pflegerischen Infrastruktur beitragen. So sollen die o.g. Leistungen, die besonders pflegende Angehörige entlasten, zu einem jährlichen Entlastungsbudget zusammengefasst werden, das flexibel in Anspruch genommen werden kann.

Die Hospiz- und Palliativversorgung soll weiter gestärkt werden, insbesondere durch Kostenübernahme für die Koordination von Hospiz- und Palliativversorgungsnetzwerken sowie durch Verbesserungen bei der Versorgung von Kindern und in Altenpflegeeinrichtungen.

Den vollständigen Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD finden Sie hier:

https://www.ndr.de/nachrichten/koalitionsvertrag228.pdf