Partizipation im Gesundheitswesen – Hospiz- und Palliativkultur gemeinsam gestalten

Gut informiert sein, mitreden können und selbstbestimmt entscheiden –
auch bei Krankheit, Sterben und Begleitung am Lebensende.

Worum geht es?

Die Hospiz- und Palliativbewegung in Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte. Sie ist aus bürgerschaftlichem Engagement entstanden und wird bis heute von Menschen getragen, die den Umgang mit Sterben und Tod verändern wollen. Vieles wurde erreicht: Palliative Versorgung und die Begleitung schwer kranker und sterbender Menschen sind heute fester Bestandteil unseres Gesundheitswesens.

Doch nicht alle Menschen konnten gleichermaßen an dieser Entwicklung teilhaben. Menschen mit Migrationsgeschichte sind in Entscheidungsprozesse und Versorgungsstrukturen häufig noch zu wenig eingebunden. Informationen über Hospiz- und Palliativangebote erreichen sie nicht immer dort, wo sie leben und miteinander im Austausch sind.

Das wollen wir mit diesem Projekt verändern. Unser Ziel ist, dass Menschen bei schwerer Krankheit und am Lebensende gut informiert sind, mitreden und selbstbestimmt entscheiden können, und dass auch ihre Angehörigen Unterstützung und Begleitung erfahren.

Für wen ist das Angebot

Das Angebot richtet sich an Menschen, Gruppen und Einrichtungen, die sich informieren, austauschen oder vernetzen möchten, insbesondere an:

  • Menschen mit Migrationsgeschichte sowie ihre Familien und Angehörigen
  • Mitglieder von Gemeinden, Vereinen und Communities
  • Menschen, die sich mit den Themen Krankheit, Sterben, Tod und Begleitung am Lebensende auseinandersetzen möchten
  • Koordinatorinnen und Koordinatoren sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in interkulturellen Kontexten
  • Fachkräfte aus der Hospiz- und Palliativversorgung
  • Fachkräfte aus Sozialer Arbeit und Pflege mit Interesse an kultursensiblen Angeboten
  • Institutionen und Organisationen, die Kooperationen in diesem Bereich aufbauen möchten

Was wir bieten

Drei flexible Bausteine können je nach Interessen und Bedürfnissen der Gruppe oder Community einzeln genutzt oder miteinander kombiniert werden.

Baustein 1

Dialograum – Reden und Zuhören
Ein offener und kultursensibler Austausch über Leben und Lebensende, Sterben, Abschied und Trauer. Welche Fragen und Themen im Mittelpunkt stehen, wird gemeinsam mit der Gruppe entwickelt.

Baustein 2

Versorgungsangebote vor Ort
Wir informieren verständlich und zielgruppenorientiert über ambulante und stationäre Hospiz- und Palliativangebote in der Region. Auf Wunsch beziehen wir regionale Fachkräfte aus der Hospizbewegung und Palliativversorgung sowie Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachpersonen mit ein.

Baustein 3

Medizinische Fragen am Lebensende
Palliativmedizinerinnen und Palliativmediziner informieren über medizinische Möglichkeiten und beantworten Fragen, zum Beispiel zu Symptomkontrolle, palliativer Versorgung am Lebensende und verbreiteten Missverständnissen rund um Palliativmedizin.

Unser Ansatz

Aufsuchend

Wir gehen dorthin, wo Menschen zusammenkommen zum Beispiel in Moscheevereine, Kirchengemeinden, Integrationscafés, Kulturzentren oder andere Treffpunkte. Wir knüpfen an bestehende Strukturen und Vertrauensbeziehungen an und bringen Menschen, Communities und Fachkräfte miteinander ins Gespräch.

Partizipativ

Die Teilnehmenden bestimmen mit, welche Fragen und Themen für sie wichtig sind. Inhalte und Ablauf werden auf die jeweilige Gruppe abgestimmt.

Flexibel

Dialog, Informationen zu regionalen Versorgungsangeboten und medizinischer Fachinput können einzeln genutzt oder miteinander kombiniert werden. Wir berücksichtigen unterschiedliche Erfahrungen, Lebensrealitäten, Sprachen, religiöse Prägungen und Vorstellungen vom Umgang mit Krankheit, Sterben und Tod.

Symbol für Begleitung und Würde am Lebensende  |  Credit: Kerstin Bonge-Besserdich  / IN VIA Akademie

Wo findet das Angebot statt?

Wir kommen zu Ihnen, in Ihre Vereine, Gemeinden, Cafés, Kulturzentren und andere Orte, an denen Menschen zusammenkommen. Das Angebot ist in ganz Nordrhein-Westfalen möglich.

Kerstin Bonge-Besserdich

Projektleitung

05251 2908 60
k.bonge@invia-akademie.de

IN VIA Akademie/Meinwerk-Institut gGmbH
Giersmauer 35
33098 Paderborn

Wer wir sind?

Die IN VIA Akademie in Paderborn ist eine staatlich anerkannte Weiterbildungseinrichtung. Die Fort- und Weiterbildungsangebote richten sich insbesondere an Fach- und Führungskräfte sowie weitere Beschäftigte im Sozial- und Gesundheitswesen. Wir arbeiten praxisnah und werteorientiert mit einem Blick für gesellschaftliche Verantwortung.

Mit dem Projekt „Partizipation im Gesundheitswesen – Hospiz- und Palliativkultur gemeinsam gestalten“ möchten wir dazu beitragen, dass Informationen, Austausch und Unterstützung rund um schwere Krankheit, Sterben und Lebensende möglichst viele Menschen erreichen – unabhängig von Herkunft, Sprache oder Biografie.

Sie möchten das Angebot in Ihre Gemeinde, Ihren Verein oder Ihre Einrichtung holen?

Sie möchten einen Dialograum anbieten, über regionale Versorgungsmöglichkeiten informieren oder Fachkräfte und Communities miteinander ins Gespräch bringen? Sprechen Sie uns an. Gemeinsam klären wir, welches Format zu Ihrer Gruppe und Ihren Anliegen passt.

Unsere Kooperationspartner:

Ambulanter Hospizdienst St. Johannisstift e.V.

Paderborner Palliativnetz e.V.

Förderung:

Gefördert vom Innovationsfonds des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.